Der Stadteil Eckardroth


Die Gemarkungsfläche, auf der sich heute Eckardroth befindet, kam schon um 900 als Teil der Mark Salz an das Kloster Fulda. Urkundlich wird Eckardroth jedoch erst 1356 unter dem Namen Ekharterode erstmalig erwähnt, was natürlich nicht besagt, daß das Gemarkungsgebiet nicht schon vor dieser Zeit besiedelt gewesen wäre. 

Der Name Ekhartrode geht auf den Vor- oder Nachnamen „Ekhart"" und auf das „Roden"" zurück. Neuere Forschungen haben ergeben, daß der Gründer der Gemeinde ein gewisser Ekhart Weber gewesen sei, der seinen Wohnsitz auf dem sogenannten „Webergut"" - dem heutigen „Erlenhof""- gehabt haben soll.

Im Mittelalter gehörte Eckhardroth zusammen mit den anderen Dörfern des Huttischen Grundes zur Burg Soden und zum ehemaligen Reichsgericht Salmünster. Zu dieser Zeit wurde Eckardroth von umherstreunenden Räuberbanden als Unterschlupf und als Ausgangspunkt zur Flucht aus dem Huttischem Patrimonialgericht ins „Ausland" genutzt.

Bis zum 3. Reich hat eine aktive jüdische Gemeine den Ort geprägt. Noch heute exisiert ein jüdischer Friedhof am Ortseingang auf der linken Seite, der öffentlich zugänglich ist.

Das nachhaltigste Ereignis in der Geschichte des Huttischen Grundes ist ohne Zweifel die Gründung des Schwesternhauses am 21.10.1884. Trotz beginnender Industriealisierung  herrschte hier in diesem Gebiet noch tiefes soziales Elend. Die Kindersterblichkeit war groß und gegen die Tuberkulose gab es noch kein Heilmittel. Damals bildete die Kreisverwaltung Schlüchtern eine Kommission zur Fürsorge  mittelloser Kranker. Christlich sozial eingestellte Menschen engagierten sich für tätige Hilfe. Der damalige Bürgermeister und Landwirt Jöckel stellte seinen Besitz als Stiftung zur Verfügung, um eine Schwesternstation einzurichten. Geplant war eine Kinderbewahranstalt und die Übernahme der ambulanten Krankenpflege. Dies wurde genehmigt und am 28.10.1884 konnten in einer denkwürdigen Feier die ersten Schwestern hier eingeführt werden. Nach dem Ausbau einiger Zimmer in 1889 richtete man hier das erste Krankenhaus der Gegend ein. Heute läuft das Haus unter der Albert-Schweitzer-Stiftung. Auf dem Gelände befindet sich eine über 100 Jahre alte Lourdes Grotte.

1805 wurde von der Kirchengemeinde Romsthal/Eckardroth die große Barockkirche St. Franziskus gebaut, die 1905 erweitert wurde.

- Quelle: Heimat- und Geschichtsverein Bad Soden-Salmünster -


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